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Das Apple Design – an der Zweckmässigkeit vorbei gestaltet

Ich bin wieder zurück, lang ist es her. Nach meinem Buch habe ich nun wieder Zeit einige Blogbeiträge zu schreiben. Und weil es gerade aktuell ist und das Thema schon einige Zeit in meinen Gedanken kreist, habe ich kurzen Prozess gemacht und dazu was geschrieben – Das Apple Design. Komisch, dass ich noch nie was darüber geschrieben habe. Es ist erstaunlich, wie Apple bzw. Jony Ive und sein Team es schafft, an der Zweckmässigkeit der Apple Produkte vorbei zu gestalten.

Das Thema fiel mir schon bei meinem ersten iPhone auf – dem iPhone 3G. Es hatte ein Kunststoffgehäuse, robust, glänzend, recht Edel, wie man es vielleicht noch kennt. Das täuschte jedoch nicht über die Tatsache hinweg, dass es Kratzer und Fingerabdrücke gar nicht abkonnte. Wie das neue iPhone 7. Form follows Function. Oberfläche follows Function. Oberfläche follows Nutzungsverhalten. Nun, es ist schon komisch, dass man ein Produkt so schön macht, so edel in der Erscheinung. Ein Produkt, dass mehr in eine Vitrine gehört, als das man es auf einen rustikalen Holztisch legt. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Apple Produkte aber nicht zwangsläufig weil sie toll aussehen sondern weil sie toll funktionieren – softwaretechnisch!

iPhone 7

Wir haben unsere Smartphones in der Hosentasche, legen sie überall hin und ab und zu fallen sie auch auf den Boden. Nun, das ist Teil der Funktion eines Smartphones, abgesehen von dem Fall auf den Boden. Es sind Werkzeuge, nichts weiter. Ein physisches Objekt leidet nunmal in seiner Umgebung. Da wir den Kontext, in dem das Smartphone genutzt wird nicht ändern können, sollte sich das Smartphone wohl doch an seinen Kontext anpassen, oder? Nun, ich verlange nicht ein superstabiles „industrie-irgendwas“ Gehäuse oder einen unzerstörbaren Panzer. Nein, mein Anspruch ist ganz simpel, baut es so, dass es zweckmässig ist.

Ihr sagt Euch jetzt sicher: „Was labert der? Es ist doch zweckmässig und die Kratzer stören mich nicht.“ Ja, Ihr habt recht, aber warum versteckt sich dann dieser Satz auf der Apple Webseite für das iPhone 7 Diamantschwarz ganz weit unten:

Das glänzende Finish des iPhone 7 in Diamantschwarz ist das Resultat eines Präzisionsprozesses, bei dem in neun Stufen eloxiert und poliert wird. Die Oberfläche ist genauso hart wie bei anderen eloxierten Apple Produkten. Dennoch können mit der Zeit winzige Abnutzungserscheinungen sichtbar werden. Um dem vorzubeugen, empfehlen wir, eines der vielen Cases zu verwenden, mit denen das iPhone geschützt werden kann.

Warum soll ich mir, abgesehen davon, dass das Apple Geld bringt, mir eine Schutzhülle kaufen? Sollte Apple nicht einfach ein Produkt machen, das ohne Hülle funktioniert? Wieso nutzen eigentlich viele eine Schutzhülle? Ich find die Dinger hässlich. Die sehen 4 Wochen gut aus, „schützen“ zwar das Produkt aber danach sehen die einfach schmutzig bzw. schmuddelig aus. Also wird aus einem an sich sehr ansprechenden Smartphone ein schmutziges Irgendwas. Warum sollte man das toll aussehende iPhone 7 in einer schmutzigen Hülle verpacken? Ich checks nich. Und wieso telefonieren einige Leute mit dem Smartphone vor ihrem Gesicht, anstatt am Ohr? Anderes Thema, anderer Blogbeitrag.

Ich glaube Apple und auch Jony Ive sind sich sehr bewusst, dass die Optik eines Produktes kompromisslos sein sollte. Keine Kompromisse mit den Hardwareleuten, keine Kompromisse mit der Marktforschung, keine Kompromisse mit sich selbst. Das führt aber zwangsläufig zu einem Tunneldenken, oder nicht? Und dazu, dass Diamantschwarz zwar toll aussieht aber man eine Schutzhülle braucht, damit es keine Kratzer bekommt. Die Logik verwirrt mich.

Ein anderer Punkt ist die Kamera, klar beim neuen iPhone 7 und iPhone 7 Plus ist die echt gut, keine Frage. Aber warum steht diese aus dem Gehäuse raus? Warum ist sie erhaben? Ich hatte zuvor das iPhone 3G, iPhone 4, iPhone 5. Alle waren sie recht dick aber nicht klobig oder sehr schwer. Leichter und dünner ist immer toller. Warum aber nicht so dick machen, dass die Kamera eingelassen ist und den Platz, den man dadurch gewinnt so nutzen, dass das Smartphone mehr Akku hat? Wenn das iPhone 7 etwas dicker und dadurch etwas schwerer wäre, aber der Akku länger als 1 Tag durchhält, wäre das doch ein toller Schritt, eben zweckmässig, oder nicht?

Wenn ich dann die Geschichten höre, was das 10 Jahres Jubiläum-fantastisch-toll iPhone 8 2017 alles können soll, frage ich mich, ob das Ding dann noch überhaupt noch ’ne Hülle braucht oder nicht vielleicht doch eine Vitrine.

Um aber auch noch was gutes zu sagen: Die Klinke ist weg, ich bin happy. Ehrlich, endlich wagt es jemand.

Apple TV

Ein anderes Beispiel ist die Fernbedienung der Apple TV. Auch diese sieht toll aus. Selbst bei den Tasten hat man sich Gedanken gemacht. Beispielsweise ist die Taste für die Siri-Spracheingabe konkav während alle andern konvex sind. Durch die konkave Form wird dem Nutzer vermittelt, dass es sich um eine Taste handelt, die gedrückt gehalten werden muss und nicht nur kurz betätigt, wie die Anderen. Eine sehr subtile, sehr durchdachte Designentscheidung. Diese Subtilität ist bemerkenswert.

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Weniger bemerkenswert ist es, dass ich die Fernbedienung in 50% der Fälle falsch herum bediene. Somit drücke ich die falsche Taste, mach leiser obwohl ich aus dem Menu wollte oder vice versa. Das ist wirklich nicht gut, das ist schlichtweg dumm.

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Hat das jemals jemand bei Apple mal daheim getestet? Das wäre das Erste, was ich an Feedback hätte. Ich nutze meine Apple TV weniger am Tag sondern am Abend, es ist dabei sehr schwer zu erkennen, wie rum ich die Apple Remote halten muss. Sorry, das fällt doch jedem auf.

Magic Mouse

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Ein weiteres Apple Produkt, das es in sich hat, ist die Magic Mouse. Ich nutze sie, aber nur weil ich keine Lust habe, krampfhaft irgendein anderes Produkt zu suchen, das sich einfach installieren lässt. Ich habe es gar nicht erst versucht. Ich hab sie einfach gekauft. Egal. Aber was mich an der Maus am meisten aufregt, ist fast dasselbe, wie bei der Apple Remote. Ich bediene sie kurzeitig falsch herum. Die Batterien geben nach 3 Wochen ihren Geist auf und bei der Apple Mouse 2 kann ich sie nicht nutzen, wenn sie aufgeladen werden muss – fail. Zudem sieht das affig aus.

Time Capsule, Time Machine, AirPods, iMac

Die Time Capsule bzw. Time Machine sieht irgendwie komisch aus. Geht das nicht irgendwie unauffälliger? Ich mein, mal ganz ehrlich, ich brauch keinen Turm zu Babel um meine Daten zu sichern.

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Ich hatte mich so auf die AirPods gefreut, kein Scheiß. Solide Apple Bluetooth Kopfhörer das wäre es gewesen. Sorry, solche Kopfhörer sind kein Fashion-Ding. Die sollen unauffällig sein und nicht wie Wattestäbchen aus dem Ohr ragen. Wäre da nicht was unauffälligeres besser gewesen? Ich mein die Dinger sind so klein, warum kann man die nicht kompakter machen? Im TV siehst Du auch nicht bei Anne Will die Kopfhörer affig aus dem Ohr ragen, oder?

Ein kleines Detail beim iMac stört mich, aber nerven tut das schon. Der An- und Aus-Schalter ist manchmal unauffindbar. Ein USB-Gerät anschließen eine Akrobatik-Veranstaltung. ABER! Immerhin besser, als bei einer alten klobigen Windows-Kiste, bei welcher man auf dem Boden rumkriechen muss, wie eine Schlange.

Liste für Produkte ohne Designflaws:

  • Macbooks
  • Mac Pro*
  • iPad
  • Apple Watch

*keine konkreten Erfahrungswerte

Letzte Frage: Was ist bei Apple los?

Habt Ihr bei Apple Produkten auch Designflaws entdeckt? Dann ab in die Kommentare damit.

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