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UX-Design #1 – Was ist User Experience?

In meinem zweiteiligen Beitrag geht es rund um das UX-Design und was für einen Stellenwert er in der heutigen digitalen Welt einnimmt. Daneben gibt es Erläuterungen und Herangehensweisen die etwas beleuchtet werden. Das UX-Design ist ein weites Feld und wesentlich vom Kontext abhängig der designt werden muss. Deshalb hole ich etwas aus und versuche zunächst den Begriff: UX-Design oder UX genauer zu beschreiben.

Sie kennen vielleicht noch die Zeit, wo Nerds, Programmierer oder Entwickler wirklich die Welt beherrschten, Menschen wie The Woz (Steve Wozniak), einen Bill Gates (Microsoft) oder eines Bill Joy (Sun Microsystems). Dann kennen Sie sicherlich auch die Zeit danach, die Dotcom-Blase um 2000 herum an Larry Page oder Sergey Brin (Google) oder oder viele andere – diese Leute wussten wie man programmierte. Heute sind es Leute wie Jack Dorsey (Twitter) oder Mark Zuckerberg (Facebook) die die sozialen Netzwerke formten. Alle genannten hatten Ihre technologischen Herausforderungen. Doch auf einmal, aus dem nichts, endete die Zeit der Technologie. Heftiger Wettbewerb unter ähnlichen (unter dem technologischem Aspekt) Produkten zwangen Geschäftsführer und Kunden dazu einen genaueren Blick auf die Unterscheidungsmerkmale zu werfen. Die Entwicklung von Applikationen wird immer kostengünstiger und einfacher. Die Welt sucht nach einer neuen Herausforderung und einem neuen Ideal. Glücklicher Weise gibt es schon einen Ansatz: UX – User Experience Design.

Es ist mittlerweile sehr leicht geworden eine Applikation zu entwickeln und zu lancieren. Aber um in einem heiß umkämpften Wettbewerb voll mit kognitiv überforderten Konsumenten erfolgreich zu sein ist eine andere Geschichte. Großartige Applikationen entwickeln eine durchgehende Erfahrung: Sie sollten nicht nur nutzbar sondern auch verführerisch sondern auch Spass machen und anregend sein. Die grundlegenden Prinzipien wurden von Donald Norman festgelegt, er war Psychologe und ehemaliger VP bei Apple.

Design und Marketing sind nicht nur einfach genauso wichtig wie die Entwicklung einer Applikation, nein sie sind wesentlich wichtiger sagte Dave McClure, Gründer von über 500 Startups – einer der wichtigsten Start-Up Inkubatoren in der Welt, und er hat einen guten Punkt. Die Welt hat sich geändert und Produkte werden nur dann erfolgreich wenn sie eine einzigartige UX liefern.

Youtube, Airbnb, Square, Pinterest, Path, AboutMe, Slideshare  – all diese erfolgreich entwickelten Produkte wurden von Designern mitgegründet.

Denken Sie einfach an den aktuellen Design-Patentkrieg zwischen Apple und Samsung, beide wollen neue Kunden gewinnen mittels emotionaler Bindung. Selbst Microsoft sticht zur Zeit mit einem einzigartigen minimalistischen Design zwischen allen anderen hervor. Googles Angebote werden zu Zeit einem nie dagewesenen Redesign in allen Bereichen unterzogen und beschäftigt dafür UX-Designer aus aller Welt. Apple, die wertvollste Marke der Welt hat ihren Erfolg nur aufgrund ihres einzigartigen UX-Designs erreicht. All dies sind Zeichen eines Paradigmenwechsels.

Kümmern Sie sich um die User-Experience Ihrer Applikation oder sie stürzen Ihr Produkt ins Unglück bevor es jemand überhaupt genutzt hat.

 

Was ist User Experience Design (UX-Design)?

So nun zur Hauptfrage, was ist User Experience Design? UX-Design ist keine Nische oder ein Nice-to-Have was man benötigt um ein Produkt mal eben ein wenig zu verbessern. Laut LinkedIn gibt es mehr als 800.000 Menschen die in irgendeiner Form mit UX-Design was am Hut haben. Daneben gab es rund 2.000 Job-Angebote im September 2012 im Bereich UX-Design. Es gibt Meetings, Konferenzen, Magazine, Kurse… jedoch denke ich ist das Verständnis für UX-Design nicht sehr weit verbreitet.

Das passiert üblicherweise wenn eine Begriff zum Trend wird, jeder redet darüber, glauben es ist selbsterklärend aber genau wissen es die wenigsten. Ich vermute es sind Entrepreneure. Sie sind wohl sehr beschäftigt damit Ihre Träume zu verwirklichen. Sie wollen ihre Idee umsetzen. Sie wollen Resultate. Lassen Sie uns erstmal genau den Begriff UX-Design genauer beleuchten. Es ist wichtig das Sie die Natur von UX-Design verstehen. UX-Design wird oft verwechselt mit dem visuellen Design, Usability, Wireframing und vielen anderen Dingen.

Das passiert üblicherweise mit Begriffen die gerade hip sind, jeder spricht darüber glauben es ist selbsterklärend aber keiner weiß so genau was es wirklich bedeutet. Laut Wikipedia bedeutet User Experience:

Der Begriff User Experience (Abkürzung UX, deutsch wörtlich: Nutzererfahrung, besser: Nutzererlebnis oder Nutzungserlebnis – es wird auch häufig vom Anwendererlebnis gesprochen) umschreibt alle Aspekte der Erfahrungen eines Nutzers bei der Interaktion mit einem Produkt, Dienst, einer Umgebung oder Einrichtung. Dazu zählen auch Software und IT-Systeme. Meistens wird im Zusammenhang mit der Gestaltung von Websites von User Experience gesprochen, der Begriff umschließt jedoch tatsächlich das volle Spektrum an Interaktionsmöglichkeiten.

Die Arbeit eines UX-Designers sollte immer abgeleitend sein von der Problemstellung des Users. Die Lösung des Problems zielt darauf ab eine angenehme, verlockende und inspirierende zu sein. Das Resultat der Arbeit sollte immer messbar sein durch das Verhalten des Users. UX-Designer nutzen das Wissen aus verschiedenen Bereichen wie Psychologie, Anthropologie, Soziologie, Computerwissenschaften, Grafik-Design, Industrie-Design und dem kognitiven Wissenschaften. Wenn Sie ein neues Nutzererlebnis erschaffen möchten, so planen sie tatsächlich eine Verhaltensänderung Ihrer Zielgruppe. Sie haben das Problem herausgefunden und versuchen nun die Hürden zu eliminieren mittels Design-Methoden.

User-Experience ist eine Gratwanderung zwischen Kunst und Wissenschaft man benötigt ein präzises analytisches Denken und außerordentliche Kreativität.

Ein exemplarisches Beispiel: Wir möchten einen Türöffner kreieren. Die Aufgabe eines Usability-Experten würde es sein sicher zu stellen das der User der eine Türe öffnen möchte dazu in der Lage ist – die Funktion des Türknaufs muss klar sein. In der Regel gibt es viele Ansätze die getestet werden und man entscheidet sich für die Lösung mit den besten Ergebnissen. Als UX-Designer ist man nicht nur interessiert in einem brauchbaren Türknauf. Die Aufgabe eines UX-Designers ist es etwas zu erschaffen das Menschen dazu ermutigt Türen zu öffnen und zwar mit einem einzigartigen Erlebnis und wenn sie die Türe nochmals öffnen wollen mit einer größeren Begeisterung als jemals zuvor. Der Iterationsprozess ist der selbe wie bei dem Usability-Testing, das beste Ergebnis zählt.

Im Kern ist UX-Design eine stetige Optimierung. Ein iterativer Prozess für eine bessere Lösung zu einem allgemeinem Problem.

 

Der User im Zentrum im UX-Design

Wenn das Herzstück des UX-Design das Konzept eines konstanten iterativen Optimierungsprozesses ist, dann ist das Problem das Blut dass das Herz zum schlagen bringt. Erkennen Sie es, definieren Sie es, fühlen Sie den Schmerz den es verursacht und eliminieren Sie es. Das ist der Erfolgsweg für ein großartiges Nutzererlebnis.

Um auf dem richtigen Kurz zu bleiben benötigen Sie ein empahtisches Gespür und analytische Fähigkeiten, es kann mitunter schwierig werden das Problem zu erkennen wenn diese uns sehr beschäftigen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin Ihren Nutzer zu kennen. Reden Sie mit Ihnen, hören Sie zu versuchen Sie und Ihr Problem zu verstehen. Stellen Sie sich dem Problem das vielleicht die Grundlage Ihres Unternehmens sein kann.

Es gibt nichts erfrischenderes und elementareres als eine Unterhaltung mit Ihren Kunden. UX-Design stellt den Menschen, den User in den Mittelpunkt: Es funktioniert nicht ohne Interaktion zwischen den Menschen.

 

Die C-P-S Hypothese

Definieren Sie die Grundbasis Ihres Produktes in einem Dreieck, dem C-P-S Diagram dar. Bevor Sie Ihr Produkt lancieren, selbst wenn Sie es getestet haben ist alles eine Hypothese. Die Realität sieht immer anders aus.

Die CPS Hypothese ist die elementarste Beschreibung Ihres Produktes, es ermittelt den erfolgreichen Kern eines Unternehmens in einem minimalistischen Weg. Als Beispiel Mercedes Benz: Kunde: Meschen über 18 mit Führerschein, Problem: keine Mobilität, Lösung: Automobile. Definieren Sie exakt wer Ihr Kunde ist, was für ein Problem er hat und was die Lösung ist welche Sie anbieten. So einfach spezifizieren Sie Ihr Produkt. Die CPS Hypothese ist das Rückrat Ihres ganzen Produktes. Es unterstützt den UX-Designer sich auf Probleme zu fokusieren und ist Dreh- und Angelpunkt.

Jeder Teil der CPS Hypothese gilt es exakt zu hinterfragen, es können Fehlinterpretationen bei der Definierung der Zielgruppe entstehen, das Problem kann falsch verstanden werden oder das Produkt löst das Problem nicht adäquat. Jeder Irrtum bringt Ihr Unternehmen in die Bredouille.  Sollte es mal der Fall sein, kein Problem Sie können jederzeit mittels der Hypothese neu beginnen und Ihre Ansätze prüfen.

 

Business Model Canvas

Mit Sicherheit kennen Sie Alex Osterwalders Business Model Canvas (BMC), es ist eine wunderbare Methode um Geschäftsideen zu beschreiben. Diese 8-Feld Tabelle kann das was ein ausführlicher Businessplan nicht im Stande ist zu tun: Ihr Unternehmen erklären. Der BMC ist sehr populär und es st nicht ungewöhnlich wenn ein Venture Kapitalgeber heute danach fragt, also immer parat haben.

Aber was hat der BMC mit der UX-Design zu tun? Wie Sie bereits wissen ist das Design der User-Experience ein ganzheitliches Vorhaben für das Produkt. Ein BMC unterstützt den UX-Designer das Produkt in seiner Ganzheit zu erfassen sowohl aus der Sicht des Unternehmens als auch aus der Sicht des Kunden. Das ist absolut elementar! Merken Sie sich das für jedes kommerzielle Produkt das UX-Design nicht vom Business-Model getrennt behandelt werden darf. Ohne das Wissen um die Geschäftsidee ist das design einer UX vollkommen sinnlos.

Der Weg zum Erfolg

In der heutigen Zeit ist es, wie schon erwähnt, wesentlich wichtiger für ein Start-Up sich auf ein den eigentlichen Nutzen der Applikation zu fokusieren als sich um die technologischen Probleme zu stürzen. Die Entwicklung einer Geschäftsidee mittels der CPS Hypothese sowie einem Business Model Canvas führt Ihr Start-Up zum Erfolg.

Die jenigen die eine nahtlose und durchweg konstante UX liefern werden am Markt bestehen.

 

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